Tipps zur Anlage einer Blumenwiese im Garten

Mit einer Blumenwiese holst du dir die Natur zurück in deinen Garten. Denn eine blühende Wiese ist nicht nur schön anzusehen, sondern stellt auch ein wichtiges Biotop für Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln, Fliegen und andere Insekten und Kleintiere d

Der moderne Garten besteht häufig aus kurzgeschnittenem Rasen, großer Steinfläche, Hecke und Metallzaun. Dabei kann ein Garten so viel frischer, lebendiger und farbenfroher sein. Mit einer Blumenwiese holst du dir die Natur zurück in deinen Garten. Denn eine blühende Wiese ist nicht nur schön anzusehen, sondern stellt auch ein wichtiges Biotop für Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln, Fliegen und andere Insekten und Kleintiere dar. Auch einige Vogelarten nutzen hohe Wiesen als Lebensraum. Schon mit einer kleinen Blumenwiese im Garten hilfst du, dem Artenschwund entgegenzuwirken. Also: Raus aus der Rasen-Monotonie und rein in das blütenreiche Wiesenparadies.

Wiesenparadies

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Wiesen, die vor allem in zwei Kategorien eingeordnet werden können: Fett- oder Magerwiese. Fettwiesen zeichnen sich durch einen sehr nährstoffreichen Boden aus. Durch den Einsatz von Dünger, gibt es inzwischen viel mehr Fett- als Magerwiesen. Hier wachsen weniger verschiedene Arten, da sich einige dominante Gräser und Pflanzen besonders stark ausbreiten und andere Arten verdrängen. Dabei gehören die schönsten und artenreichsten Blumenwiesen zur Kategorie der Magerwiesen mit eher trockenem und nährstoffarmem Boden. Hier haben Wildblumen und -stauden einen Vorteil gegenüber den meisten Gräsern. Wenn der Vorteil durch Düngen oder Bewässern zunichte gemacht wird, übernehmen die wenigen dominanten Arten auf lange Sicht die Wiese. Aus ökologischer Sicht sind Magerwiesen also sehr wertvoll. Aber auch eine Fettwiese kann Nahrung und Lebensraum für Insekten und Kleintiere bieten.

Grasnelke mit Biene

Der ideale Zeitpunkt für die Anlage einer Blumenwiese ist zwischen März und Mai. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man vorgehen kann. Eine Möglichkeit ist es, den Rasen punktuell zu entfernen und auf mehreren kleinen Flächen im Rasen die Aussaat zu verteilen. Bei einer größeren Fläche empfiehlt es sich, den Rasen im Herbst oder ganz früh im Jahr stark zu vertikutieren und hier dann im Frühjahr die Aussaat auszubringen. Bei diesen Vorgehensweisen sind Pflanzen für Fettwiesen am besten geeignet.

Mit einer anderen und etwas aufwändigeren Methode lässt sich aber auch eine Magerwiese im eigenen Garten anlegen. Trage die Grasnarbe inklusive ca. 10cm des Oberbodens auf der gewünschten Fläche ab. Hier ist der Boden dann nährstoffärmer und gut geeignet für eine magere Wiese. Der Boden kann wahlweise weiter ausgemagert werden, wenn der Unterboden aufgelockert und mit Sand gemischt wird.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind geht es ans Aussäen. Die Auswahl der Aussaat sollte zum vorhandenen Boden passen. Verteile 5-10 Gramm Saatgut pro m² gleichmäßig auf der kompletten Fläche und walze es danach leicht an – andrücken mithilfe eines Holzbrettes ist genauso effektiv. In den ersten Wochen sollte die Fläche leicht feucht gehalten werden. Und dann heißt es Geduld haben!

Margariten Wiese

Die Wiese sollte zum ersten Mal gemäht werden, wenn sie eine Höhe von ca. 30cm erreicht hat, denn so werden schnell wachsende Gräser und unerwünschte Wildkräuter klein gehalten und andere Arten können sich in Ruhe entwickeln. Später empfiehlt sich die Mahd in der zweiten Junihälfte und im August. Generell ist die Mahd wichtig, um die Wiese nicht verwildern zu lassen und um die Artenvielfalt zu bewahren.

Schafgarbe mit Schmetterling

Typische Pflanzen für Magerwiesen:

  • Zittergras
  • Grasnelke
  • Knolliger Hahnenfuß
  • Pechnelke

Typische Pflanzen für Fettwiesen:

  • Schafgarbe
  • Acker-Hundskamille
  • Wiesen-Glockenblume
  • Wiesen-Margarite

Mehr Tipps und Tricks rund um einen nachhaltigen Garten gibt es in der Öko-Gartencheck App!

Jetzt im Google Play Store und Apple App Store kostenlos erhältlich.

Öko-Gartencheck

Related Posts
  1. Kompost zum Düngen Kompost zum Düngen Die Hauptdüngung erfolgt Anfang Mai bis Anfang Juli. Im Frühsommer benötigen die Pflanzen die meisten Nährstoffe, um groß und kräftig zu werden. Eine kostengünstige Variante ist das Düngen mit Kompost. Damit dieser erst entstehen kann und für den Eig
  2. Gartenvorbereitungen im Winter: Frühjahrsputz im Bienenhotel Gartenvorbereitungen im Winter: Frühjahrsputz im Bienenhotel Vogelnistkästen sollten zum Ende der Brutsaison gereinigt werden – das ist den meisten bekannt. Doch wie sieht es mit den Bienenhotels aus? Was muss da getan werden, damit die fleißigen kleinen Bewohner nicht irgendwann ein Wohnraumproblem haben?
  3. Bio im Garten und nicht nur auf dem Teller! Bio im Garten und nicht nur auf dem Teller! Das Team Rauch beantwortet Fragen rund um das Thema „Nachhaltig Gärtnern“, klärt alte Mythen auf und bringt die Natur wieder in die Gärten von heute zurück. Team Rauch - das sind Jörg und Susan Rauch. Ehepaar. Eltern. Geschäftspartner. Jörg verkörper
  4. Aller Anfang ist leicht Aller Anfang ist leicht Nachhaltig Gärtnern ist leichter als viele denken – in der Vergangenheit hat ja auch alles ohne chemische Mittel geklappt! Gerade durch den natürlichen Umgang mit den Pflanzen im eigenen Garten, erhalten sie viel mehr Abwehrkräfte und sind widerstand