Hosta - Wanderer zwischen den Welten
Zu den schönsten Blattstauden des Gartens gehören Hosta, auch unter ihrem Namen „Funkie“ oder „Herzlilie“ bekannt. Das riesige Sortiment (4.000 Sorten sind bekannt!) umfasst Miniaturzüchtungen die für kleine Gefäße geeignet sind bis hin zu über einen Meter hohe Giganten für den Einsatz als Solitär.
Den Pflanzenfreunden sind sie alle durch ihr attraktives Blattwerk ans Herz gewachsen. So gibt es allein schon so viele verschiedene Grüntöne, gepaart mit gelber, weißer oder cremefarbener Zeichnung, dass man sogar einen ganzen Garten abwechslungsreich damit bepflanzen könnte. Wer aber glaubt, Hosta seien reine Schattenpflanzen, irrt! Besonders die Art Hosta plantaginea und ihre Abkömmlinge brauchen auch einige Sonnenstunden am Tage, um ihre volle Blattschönheit und die ansehnlichen duftenden Blüten zu entfalten. Als Faustregel gilt, dass alle blau bereiften Sorten und jene mit Weiß im Blatt Schatten und Halbschatten lieben. Gelblaubige Hosta können heikel werden. Sie vergrünen im Schatten leicht, aber wirklich sonnenverträglich sind nur Sorten mit festen, ledrigen Blättern, wie beispielsweise die riesige ‘Sum and Substance’. Hier muss man sich unbedingt vor dem Kauf über die Ansprüche der einzelnen Sorten genau informieren, um Enttäuschungen zu vermeiden. Zeigen die Pflanzen an ihrem Gartenplatz vergilbte oder verbrannte Blätter, funktioniert als Sonnenschutz nur eine Umpflanzaktion in schützende, schattige Gefilde.
Alle Hosta gedeihen am besten in einen guten nahrhaften Gartenboden; sie sollten zumindest in der Austriebsphase nie dürsten. Ist das Laub erst ausgereift, sind viele Sorten erstaunlich trockenheitsverträglich. Auch bei bester Pflege wachsen Hosta vor allem in ihrer Jugendphase ziemlich langsam. Die Gärtnertugend „Geduld“ ist bei ihnen also erst einmal gefragt, denn es kann Jahre dauern, bis sich eine Pflanze in voller Schönheit zeigt. Im Gegenzug dazu sind Herzlilien dann ausgesprochen langlebig und absolut pflegeleicht. Lediglich welkende Blüten müssen entfernt werden.
Angesichts der vielen Sorten kann man leicht zum Sammler von Hosta werden. Die vielen Grüntöne und Panaschierungen harmonieren bestens miteinander. Hier und da kann eine rot gestielte Sorte, etwa ‘Fire Island’ zum gestalterischen Salz in der Suppe werden. Wer die Höhen und Blattformen der Sorten variiert, sorgt für zusätzliche Abwechslung. Kongeniale Kombinationspartner sind Farne, die mit Leichtigkeit zu Ruhezonen zwischen den Blattjuwelen werden und schattenverträgliche Frühlingsblüher, etwa Veilchen, Primeln, Buschwindröschen, Forellenlilien, Lerchensporn oder Märzenbecher beleben das Szenario während die Funkien austreiben.

